Papayas und neue Freunde in Bali

Mein Lieblingsreiseziel. Voller Überzeugung meine Antwort auf diese Abibuchseiten-Frage: Bali! (Auch wenn sich meine Antwort dann noch 3-4 mal geändert hat). Nicht das ich jemals groß etwas von Bali gehört hätte. Als vor einigen Jahren ein Freund über die Ferien nach Bali fliegt platze ich fast vor Neid – und könnte gleichzeitig niemals genau auf der Landkarte zeigen wo Bali überhaupt liegt. Bali, das klingt einfach schon nach weißen Stränden, unglaublich exotischen Pflanzen und ganz vielen good vibes. 

Jetzt, ein Jahr später, kann ich bezeugen: zu recht! Ein Teil von mir kann immernoch nicht fassen, dass ich nun tatsächlich hier bin. Die unterschiedlichsten Dinge habe ich von Bali gehört. Ganz vorne mit dabei und angeblich Balis Hauptmerkmal: betrunkene Australier. Grundsätzlich lassen sich die Australier allgemein wohl in zwei Gruppen einteilen; die, die betrunken an den Stränden Kutas gröllend den Tag an- und ausklingen lassen, und die, die Bali aufgrund Ersterer meiden.

Als ich in Bali ankomme hingegen, kein Australier weit und breit. Stattdessen ein Hostel inklusive Mitarbeiter, welche soviel Freude und Enthusiasmus ausstrahlen, dass man nur glücklich sein kann. Auch nach dem Tag, der hinter mir liegt (nochmal zusammengefasst: Um 1 Uhr aufgestanden, bis 7 Uhr Vulkanwanderung, 5 Stunden Fahrt nach Uluwatu, Bali).

Mein nächster und damit erster richtiger Tag in Bali hat dann durch und durch Urlaubspotenzial (einigen Kommentaren unter dem letzten Eintrag war zu entnehmen, dass das durchaus erwünscht war). Ausschlafen (bis 6 Uhr! Zauberhaft!), Frühstück, mit dem Roller zum Strand, Tempelbesichtigung, eine Stunde Massage.

Letztere war hier natürlich für umgerechnet etwa 4€ das absolute Tageshighlight. Und das auch nicht nur für uns. Die zwei balinesischen Masseurinnen kriegen sich vor Amüsierung kaum ein, als sie nach 10 Minuten in den Massageraum zurückkommen und ich und eine Hostelgenossin noch quatschend und auf weitere Instruktionen wartend vor den Massageliegen stehen. Anscheinend haben wir ihr höffliches Distanzieren während wir uns schonmal frei machen sollten missverstanden. Nach diversen, tückischer Weise als Massage angeworbenen, Knochenbruchversuche durch, mir auf dem Rücken langlaufenden Thailänderinnen, ist die balinesische Massage eine wahre Wohltat inklusive Gesichts- und Kopfmassage. Wobei Letzteres wohl der Moment wäre, in dem man dächte Gott sei Dank noch vorhin Haare gewaschen und gekämmt, wenn man denn vorhin noch Haare gewaschen und gekämmt hätte. Vor Öl triefend verlassen wir eine Stunde später den Massagesalon und können völlig tiefenentspannt den Tag beenden.

Urlaubsgeplänkel ohne große Geschehnisse: 

Auch unser nächster Stopp hat keine schwere Arbeit mich um den Finger zu wickeln. Ein zwei niedliche vegane Restaurants am Straßenrand und das grün überall um uns herum tut das Restliche. Ubud, das stellt sich schnell heraus, ist das Paradies für entspannte Tage am Pool, raw food und teures Bier. Ja, zurück nach Berlin kommen und vor Augen geführt kriegen, dass knapp unter 2€ für ein Bier eigentlich nicht teuer ist, wird nicht einfach werden.

Als einzige unserer Uber-zum-Hostel-teilen-Gruppe in einem anderen Schlafsaal untergebracht, varriiert meine soziale Gruppe dann regelmäßig, stellt sich die Wand zwischen zwei Zimmern doch gleich Planungsunfähigkeit schaffend heraus wie eine Ländergrenze zwischen uns. An einem Tag fahre ich mit ein paar Leuten aus meinem letzten Hostel in Uluwatu zu den Reisterrassen, am nächsten Morgen frühstücke ich mit ein paar neuen Leuten aus meinem Hostel. Dann später, als ich keinen meiner ursprünglich Verbundenen finden kann, finde ich eine neue Truppe am Pool und werde so gleich in ihre Bali-Gang aufgenommen.

fancy Frühstück
Reisterassen in Ubud

Das Port Barton Indonesiens

Und trotz mehrfacher Verlängerungen, vorzugsweise mitten in der Nacht und total unüberlegt, ist dann irgendwann der Moment gekommen, in dem ich im MiniVan zum Hafen sitze, nicht sicher darüber seiend, ob ich lachen oder weinen soll und sicherhaltshalber beides tuend. Was für ein Glück ich habe, gleich zweimal das Port Barton Syndrom erleben zu dürfen.

Fußnote (in diesem Falle nicht am Fuße des Textes): Dem einen oder anderen mag es schon aufgefallen seien. Schnöde tolle Ereignisse aufzählen und nur schreiben wie toll ja alles ist, ist nicht gerade meine Stärke. Dafür brennt mir der Sarkusmus viel zu sehr in den Fingern. Deshalb an der Stelle ein fettes Dankeschön an dich Bali, dass du es mir hier doch einmal so einfach machst!

Jedem, der mich heute sehen kann, muss ich hier gar nichts in Worte fassen, das breite Grinsen spricht Bände, meine Mitreisende stellt erste haarsträubende Theorien auf, okay du bist verliebt! Jaha, das eindeutig, allerdings lediglich in Bali und vielleicht ein bischen generell in all die tollen Leute hier. Gibt es ein schöneres Gefühl, als eine Ort zu verlassen mit dem Wissen, hier ein paar der schönsten Tage seines Lebens produziert zu haben? Und das ganze so simpel. Denn viel mehr als im Pool sein, nach Leuten suchen, die gewillt waren die riesige Papaya, die ich auf einem Markt gekauft hatte, mit mir zu teilen (schnell stellte sich heraus, dass jeder Papaya hasst, eigentlich ja auch inklusive mir) und riesige Brotlaibe aus balinesischen Öko-Läden zu essen, habe ich nicht getan. Trotzdem haben sich nur wenige Tage in meinem Leben so produktiv und gefüllt angefühlt.

Nach drei Tagen endlich Papaya-Freunde gefunden

Von Bali aus nehme ich dann das Speed-Boot nach Gili Trawangan. Dass das Boot seinem Namen alle Ehre macht (irgendwo her müssen die 4 Stunden Fahrt weniger als mit dem slow boat ja kommen) und scheinbar gegen alle physikalischen Gesetze in einfach alle Richtung rukelt während im melodischen Takt des Meeres Wellen gegen das Schiffäußere und Köpfe gegen das -innere schlagen, ist dann im Endeffekt auch egal. Nachdem wir bis um 6 Uhr morgens, als dann partout nichts mehr zu erkennen war, auf dem Hosteldach nach Sternzeichen Ausschau gehalten haben, holt sich mein Körper hier so oder so wenigstens einen Teil seiner fehlenden 7-10 Stunden Schlaf.

Gili T bietet dann gleich ganz Anderes, als man von einem so als Party Insel bekannten Ort erwarten könnte. Auch hier hängt überall dieser ganz gewisse Flair über den kleinen simplen Gassen, auf denen Kinder mit ihren Rädern hin- und herfahren (und liebengerne mir in die Hacken, was deren Eltern nur mit einem amüsierten Lachen kommentieren, aber ich bin heute großmütig) und Mütter ihre Babys in Eimern baden. Ein ganz besonderer Flair, den man nicht in Worte fassen kann.

Erdbeer Süßkartoffel Salat im Bambushüttchen

Am Abend, als sich die Hostelgäste um die Tisch im Hostel versammeln und die ersten Biere geöffnet werden um in den Partyabend zu starten, während ich vor mir hindösend in einem der Sitzsäcke versuche nicht komplett einzuschlafen, wird dann schnell klar, dass nur eine halbe Stunde Schlaf die Nacht vor der Abfahrt zur Partyinsel keine optimale Idee war. Schweren Herzens gebe ich mich schließlich, unter häftigem Protest/Zustimmung meinerseits, geschlagen und beende den Tag um einiges früher als es mir eigentlich lieb gewesen wäre.

Der nächste Tag beginnt nach einen Frühstück im Hostel mit einem Strandabstecher, zauberhaft blauem Wasser und zu kleinen Mittagsessen-Portionen. Auf unserem zweiten Weg zum Strand setzt aufeinmal ein enormer Regenschauer inklusive Sturm ein. Um ein Haar schaffe ich es drei umfallenden Sonnenschirmen zu entkommen, sodass die massiven Holzstangen schließlich nur die Aufgespannten Stoffteile zwischen ihnen, nicht aber meinen Körper, zerfetzen. Innerhalb weniger Minuten steht die Insel Knöcheltief unter Wasser und wir versuchen uns einen Weg durch die braunen Flüsse zwischen den Häusern zu bahnen. Ein paar Meter vor uns ziehen der rutschige Boden und die Wassermassen einen Trawangan-Neuankömmling inklusive Backpack ungnädig in eine, die komplette Straße einnehmende Pfütze. In seiner, versuchend lässig zu wirkenden Miene, erkenn ich mein neu in der Stadt angekommen und alles läufz schief Ich wieder und wir beschließen nach einem anderen Weg zu suchen. Kurze Zeit später entscheide ich barfuß weiterzugehen, vorerst eher unfreiwillig als mein einer Flipflop irgendwo untergeht.

Nach wie vor hungrig
IMG_5327
Blaues Meer vor Gili T
IMG_5336
Aktueller Wetterbericht aus Indonesien
Nach dem Sturm

Um mal zu einem Abschluss zu kommen: Hach, ich liebe diesen Ort so sehr! So sehr, dass ich mein nächstes Instagram Bild mit found my happy place kommentieren würde, gruselte es mich nicht vor abgeklatschten Wanderlust-captions. Deshalb hier noch einmal ganz exklusiv für euch: Bali, Gili T, meine Orte zum puren Glück.

Advertisements

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Andrea sagt:

    😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊😊

    Gefällt 1 Person

  2. Tim sagt:

    Scheint es mir nur so oder kommt der Begriff „Bier“ gehäuft vor?
    Und wenn euphorisches Geschwärme nicht so dein ding ist, wer hat dann bitte den Blogeintrag geschrieben????
    Bleibt nur zu sagen: komm du mir mall nach Hause

    Gefällt 1 Person

    1. lolalucil sagt:

      Kommt er gaar nicht ist nämlich viel zu teuer! Kennst du doch deine nicht spendierhosen tragende tochter. Ja ja mach ich ja bald genug… kuss

      Gefällt mir

  3. Könnte jetzt mit einem „Bali hat mir auch so gut gefallen “ prahlen. Ich erzähle lieber eine dort gehörten Witz.
    Jeman schreibt auf einer Postkarte an seine „Freude“ in der Heimat:
    „Wir haben heute eine Erd- und eine Meeresbestattung gesehen. Schade, dass Ihr nicht hier seid“
    Übrigens: Wir haben an einem Tag eine Erd- und eine ……
    Zurück über Start auf LOS. Es ist richtig schön, dass Du auch mal Urlaub machst, dass Deine Nahrung vorzeigbar ist und Du nicht nur kämpfst. Ist natürlich so wenig cool, dass es schon obercool ist.
    Ganz liebe Grüße dem regnerischen Berlin, wo es zusätzlich noch saukalt ist, jedenfalls morgens und abends.
    Opa Dieter

    Gefällt 1 Person

    1. lolalucil sagt:

      Ohje ohje kriegt das wetter bitte wieder hin bis ich zurück bin… ich geh dann lieber nochmal extra sonne genießen 🙂

      Gefällt mir

  4. Leah sagt:

    Loli! Habe mich gerade mal wieder auf den neusten Stand gebracht und kann nur sagen, dass ich deinen Blog unheimlich gerne lese und unglaublich stolz auf dich bin!
    Ganz viel Liebe an dich xx

    Gefällt 1 Person

    1. lolalucil sagt:

      Ach wie schön zu hören! Ganz viel Liebe zurück meine Liebste! xx

      Gefällt mir

  5. Flemming Goldbecher sagt:

    Bali kann man nur lieben. Obwohl es anders war, als ich es erwartet hatte. Komme gerade zurück von einer längeren Indonesienreise. Vielleicht interessieren dich meine Erfahrungen auch:
    travelmuck@wordpress.com
    LG

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s