Craving Käsestulle

Ein neuer Hostelmorgen. Ein mal mehr aufwachen von den Backpack-Packgeräuschen derjenigen, die aus irgendwelchen sadistischen Gründen sich dachten „ach wieso eigentlich auch zu einer Menschenwürde achteten Zeit auschecken wenn 5 Uhr morgens doch auch supi ist“. Na dann halt noch ein paar Stunden verschlafen im Bett liegen bleiben und Musik hören, während draußen die Vögel zwitschern. Leider ein durch und durch zu Unrecht romantisiertes Bild. Da das Bettgestell aus einem Rahmen mit 4 Eisenstangen besteht, auf welcher die Matratze liegt, hat das Bett etwas von einem Wellblech, sowie von der Liegeflächen-Ebenheit also auch von der Härte. Letzteres hab ich nur so von meinem Bettnachbarn mitbekommen, ich selbst habe nach zahlreichen wunderschönen wenn auch sehr schmerzhaften Nächten unter freiem Sternenhimmel, auf nichts als einer Plastikunterlage, jegliches Gespür für Härte verloren.

Irgendwann dann raffe auch ich mich auf. Ein passendes Outfit rausgesucht und fertig. Was beim Backpacken ja so oder so dank mangelnder Auswahl recht schnell geht hat sich durch eine eher unfreiwillige farbliche Vereinheitlichung meines kompletten Anziehsachen Bestandes, dank meines neonpink gebatikten Fullmoonparty Shirts in der Wäsche, noch mal um einiges vereinfacht. Aber immer schön positiv bleiben und hoffen das ein sattes Pink in der nächsten Saison wieder ganz vorne mit dabei ist.

Die zwei magischen Worte, die in den letzten Monaten eine nicht für möglich gehaltene heilige Bedeutung für mich gewonnen haben, treiben mich heute Morgen aus dem Hostel: Western. Food. Für einen nicht gerade asiatisches Essen liebenden Essensfanatiker wie mich, stellt die asiatische Küche immer wieder eine große Hürde da, auch trotz dem vielen vielen leckerem asiatischen Essen was ich hier schon hatte. Es geht doch nichts über eine gute Käsestulle. Jemanden, dessen halbe emotionale Kapazität für Käse reserviert ist, kann ein Kontinent mit einer bis zu 100%igen Laktoseintoleranz, an ungeahnte Grenzen bringen. Zudem stehe ich geradezu alleine damit hier, nur wenige können meine fehlende Begeisterung für Reis 24/7 teilen oder auch nur nachvollziehen. An diesem Punkt liebe Grüße an Sophia, die wahrscheinlich grad mit einem Käserad in jeder Hand in Deutschland sitzt. Ich vermisse unsere gemeinsamen emotionalen Zusammenbrüchen beim Anblick von Bildern noch so labbriger Käsebrote.

*Wackelige Knie und vergrößerte Pupillen*

Die Sehnsucht nach dem „Western food“ wie es stolz an diversen Restaurants steht, wird hin und wieder so groß, dass ich mich mal im Supermarkt vorm Kühlschrank wieder finde, mich mit aller Kraft davon versuchend abzuhalten, für den Preis von zwei Hostelübernachtungen eine Packung Schabletten Käse zu kaufen, mal dabei die Flugpreise nach Deutschland checkent bei dem Gedanken an eine Dr. Oetker Tiefkühl-Spinatpizza. Es sind diese schwachen Momente, in denen meine lieben Daheimgebliebenen und meine emotionalen Unterstützer in diversen Ländern (Julia Julia, was würde ich nur ohne dich machen) es ganz besonders schwer mit mir haben.

Hin wie her, ein Blick auf meine übrigen Kip, die mir bis zum verlassen des Landes heute Abend noch zur Verfügung stehen (exakt 18.000 kip  ≙ etwa 2€) verraten mir, dass es wohl  kein Festmahl heute wird. Aber positiv bleiben! Ich mache mich jetzt auf Nahrungssuche, drückt mir die Daumen.


Und in Erinnerung an die bisherigen leckeren Frühstücke die ich in den letzten zwei Monaten hatte, mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

Breadtalk in Bangkok
Breadtalk Bangkok Tag 2
Milch Extase in Chumphon
Einer der Ersten von vielen vielen sehr fettigen und sehr glücklich machenden Rotis in Ao Nang
„Homemade Granola“ in Nong Khiaw
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Andrea sagt:

    Haha…. Ich war schon kurz davor eine Kasse-care-paket packen, habe mich aber von dem angedrohten 37-tägigen postweg abschrecken lassen….. Die letzten Frühstücksbilder haben mich aber getröstet.
    Wer ist julia?

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    1. lolalucil sagt:

      Die julia is meine nummer gegen kummer und teil unserer singburi thailand gang 🙂

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  2. D. Borchardt sagt:

    Hallo lilalola
    Ich habe zwischen den Zeilen gelesen. Ich bin nicht beunruhigt. 1. Bist du nicht verhungert. 2. Hast du weder deinen Humor noch deine gute Laune verloren. Bleib so. Ganz liebe grüße vom stoßen opa.

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  3. Borchardt sagt:

    Hallöle, ja die Gelüste, entweder nach Käsestulle, oder wie Dein Opa in Thailand nach Nürnberger Bratwürstchen oder wie damals auf einer Alpenvereinshütte nach Butter zum Frühstück oder nachmittags nach Apfelstrudel. Aber Knappheit läßt später alles noch mehr genießen.
    Es ist jedenfalls sehr unterhaltsam, Deinen Blog zu lesen.
    Lieben Gruß Oma

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  4. Sophia_maraa sagt:

    Mich erfüllt es mit großem Stolz ein Teil deines Blogs sein zu dürfen #nächstesmaldarfstduruhigmeininstaerwähnen
    Ich vermisse dich!

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    1. lolalucil sagt:

      jetzt gehts los! Kaum kennt man jemanden, der eine so dermaßene internetberühmtheit ist wie ich, schon wird um werbung gebettelt! #L4L
      Liebe Liebe an dich ;-*

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